Der Weltenbefreier

Dem Königreich Tybay steht eine neue Bedrohung bevor: Hochkönig Trevor. Der Herrscher über Königreiche auf vier Planeten befehligt eine gewaltige Armee gnadenloser Soldaten, feuerspeienden Zeros und magiebeherrschenden Druiden.
Tybay und die anderen Länder haben einem so übermächtigen Gegner kaum etwas entgegenzusetzen. Trotzdem gibt es Widerstand. Die Göttin, Tybays Allmacht, erwählt den jungen Prinzen Jamie als ihren Streiter. Kann es ihm überhaupt gelingen seine Heimatwelt zu befreien? Denn längst stehen nicht nur die Freiheit und das Überleben Tybays auf dem Spiel.

Taschenbuch Ausgabe (890 Seiten)
(ISBN 978-3-945230-40-4)
20,- EUR

eBook
(ISBN 978-945230-41-1)
14,99 EUR

Leseprobe:

Der Weltenbefreier

Nachdem König Ernak alle Gäste begrüßt hatte, ging man gemeinsam in den angrenzenden Raum. Dort war eine große Tafel aufgestellt worden, an der die Gesellschaft Platz fand, ehe man die Speisen auftrug. Nach dem Essen war Jamie schon versöhnlicher gestimmt. Zudem hatte er Gefallen daran gefunden, eine der Dienerinnen zu beobachten, die nur ein paar Jahre älter als er aussah. Sie lächelte ihm immer wieder zu. Und er lächelte zurück. Sie war recht ansehnlich, wobei Jamie versuchte, nicht auf ihren kugelrunden Schwangerschaftsbauch zu starren. Seine Mutter hätte keiner Dienerin in ihrem fortgeschrittenen Zustand noch erlaubt zu arbeiten. Da war sie unnachgiebig wie eine Mauer.
»Brauchst du was?«, fragte ihn die Dienerin jetzt.
»Nein, vielen Dank.« Er lächelte verlegen. »Wie ist dein Name?«
»Jamie!«, ermahnte ihn sein Vater von rechts.
»Darf ich dich nach deinem Namen fragen?«
Die junge Frau lachte. »Ich bin Empathea. Und du?«, verlangte sie freundlich zu erfahren, obwohl sie ja gehört hatte, wie er hieß.
»Jamie«, antwortete er dennoch. »Du bist … sehr hübsch«, platzte es nun aus ihm heraus, da er keine Ahnung hatte, was er sonst sagen sollte.
»Jamie«, lachte jetzt seine Mutter von rechts.
»Danke!«, sagte Empathea, nickte ihm zu und ging.
»Was war denn das?«, fragte seine Mutter verblüfft.
Jamie zuckte mit den Schultern. »Ich wollte nur höflich sein.«
»Sie ist eine von König Ernaks Frauen«, erklärte nun sein Vater, der als einziger schon öfters hier gewesen war.
Seine Mutter blinzelte bei dieser Offenbarung verwirrt.
»Wie bitte? Eine seiner Frauen? Wie viele hat er denn? Und warum läuft sie hier wie eine Dienerin herum?«
»Das weiß ich nicht genau. Aber es ist mehr als eine. Eher ein Harem, wenn ich das Wort richtig verwende. Und das ist hier wohl so üblich. Es gibt in Cortella keinen Rang einer Königin.«
»Ach echt?« Sie sah zu König Ernak hinüber. Ihre Lippen kräuselten sich, ehe sie ein deutlich hörbares verächtliches »Hmpf« ausstieß. »Was finden die Frauen nur an dem?«
Shawn lachte. »Ist diese Frage ernst gemeint? Vor unserem Sohn?«
Die Wangen seiner Mutter erröteten sanft und sie sah zu ihrem Mann hin; mit verliebtem Blick.
Jamie verdrehte die Augen.
Im nächsten Moment überschlugen sich die Ereignisse. Ein Schrei. Poltern. Noch ein Schrei und dann verwirrtes und neugieriges Schweigen.
Jamie sah Empathea. Offenbar war einer der Gäste rasch aufgestanden, hatte sie aber nicht gesehen und beide waren zusammengestoßen. Dabei war ein ganzer Krug Wein über den Schoss eines weiteren Gastes verschüttet worden.
»Du ungeschicktes Weibsstück!«, keifte König Ernak. »Komm her!«
»Bitte, es tut mir leid«, flehte sie ängstlich.
»Es war meine Schuld. Verzeiht mir«, bat der Mann, welcher den Unfall verursacht hatte, während der Gast mit dem Rotweinfleck nicht erfreut wirkte.
»Eine einfache Entschuldigung wird da ja wohl kaum genügen«, sagte dieser prompt ziemlich ungehalten, und warf eine Serviette auf seinen Schoß.
»Ich sehe das auch so! Fharharr!«, rief König Ernak.
»Nicht«, flehte die junge Frau, während der Diener sie zu ihrem Ehemann zerrte. Vor diesem drückte er sie zu Boden und König Ernak streckte ihr seinen nackten, rechten Fuß entgegen.
»Es tut mir leid«, winselte Empathea und küsste seinen Fußrücken.
»Igitt«, zischte seine Mutter kaum hörbar.
»Zehn Hiebe für deine Unachtsamkeit.«
»Bitte«, weinte Empathea inzwischen. »Von jetzt an werde ich ganz …«
»Ich denke, für deinen Widerspruch hast du dir weitere zehn verdient.«
Empathea heulte auf. In der Stille des Raumes klang es fast wie ein Schrei.
Fharharr zerrte sie ein Stück von seinem Gebieter weg, dann öffnete er seinen Gürtel und nahm ihn ab. »Los, mach schon!«, befahl er ihr.
Mit zittrigen Fingern öffnete Empathea das Oberteil ihres schlichten Kleides. Dann schob sie es hinunter. Entblößte ihren Oberkörper mit kleinen runden Brüsten und einen Rücken voller fast verheilter Striemen.
»Oh!«, keuchte seine Mutter.
Sein Vater legte seine Hand über die ihre, dann drückte er zu.
Jamie verstand die Botschaft sofort: Bleib sitzen und sag kein Wort.
Er konnte sehen, wie seine Mutter beim ersten Schlag erzitterte, fast, als hätte der Hieb sie ebenfalls getroffen. Und auch Jamie zuckte bei Empatheas Schrei zusammen. Zwei. Drei.
»Aufhören!«, brüllte Jamie und sprang auf.