SATAN GmbH & Co.KG

„Leonie ist gerade neu in das Hochhaus eingezogen. Ihr erster Abend verläuft schaurig und bringt ihr einen unerwarteten Besucher. Eine schwarze Katze auf dem Balkon im dreizehnten Stock … hier scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Doch die Wahrheit, wen sie wirklich hereingelassen hat, kann nur ein Alptraum sein.“

Herausgeber: Jennifer Schreiner
Verlag: Lerato Verlag, 2007
Taschenbuch, 180 Seiten

Leseprobe:

Appartment 66

Erschrocken fuhr sie herum. Ihr Herz klopfte und sie fühlte, wie ihre Knie zu zittern begannen. Doch hinter ihr war nichts als eine leere Wohnung.
»Dumme Kuh! Da ist nichts. Hör auf, dich selbst fertig zu machen!« sprach sie sich Mut zu. Trotzdem ging sie gebückt und sehr vorsichtig aus dem Badezimmer. Sie schaltete das Licht an und sah sich um. Nichts. Nirgendwo. Erleichtert atmete Leonie auf. Mit ein paar Schritten war sie an der Balkontür und gerade, als sie diese schließen wollte, sieht sie eine Katze, die auf der Brüstung vor ihr herum balanciert.
Im selben Augenblick bemerkte das Tier wohl auch Leonie und blieb stehen. Die gelben Augen blickten Leonie offen entgegen, dann erklang ein klägliches Miauen.
»Was machst du denn da? Siehst ja halb verhungert aus!«, stellte Leonie fest. »Ich hab sicher noch etwas Milch da. Hunger?«
Als ob die Katze sie verstanden hätte, miaute sie wieder, sprang die Brüstung herunter und marschierte in die Wohnung.
»Komm rein!« sagte Leonie unnötiger Weise und lächelte. Sie schloss die Tür, eilte dem Kater, wie sie jetzt sehen konnte, hinterher und gab ihm die versprochene Milch. Er trank aber nicht viel.
»Schon fertig?«, fragte sie überrascht. »Auch gut! Dann komm, ich bring dich wieder raus. Ich will nämlich ins Bett.« Sie beugte sich hinab, um ihn aufzunehmen. Als sie nahe genug war, fauchte der Kater plötzlich und biss sie in die Hand. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Schlagartig erlosch das Licht! Sie sah nur noch den Schatten des Katers, der hinter dem Sofa verschwand.
»Na warte, du Biest!«, erklärte sie den Krieg, steckte den Finger in den Mund und lief dem Tier nach. Noch bevor sie das Sofa erreichte, blieb sie stehen. Merkwürdige Geräusche hinter dem Sofa hielten sie zurück und legten einen Schauder des Grauens auf ihren Körper. Es klang wie das Brechen von Knochen. Dann wuchs hinter dem Sofa ein Schatten in die Höhe. Eine massige, dunkle Gestalt mit glühenden, gelben Augen. Leonie stockte der Atem und sie fragte sich, ob dies vielleicht einfach nur ein Alptraum war. Dann wandte sie sich schnell um und nahm die Beine in die Hand.