Lustige Alltagssituationen

Klappentext:
„Dieses Buch ist das Ergebnis des ersten Schreibwettbewerbs der saarländischen Buchmesse HomBuch.
Zahlreiche Einsendungen haben uns erreicht und alle waren sie witzig. Einen kleinen Teil der Kurzgeschichten finden sie hier zusammengefasst. Das HomBuch-Team und die Jury wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser kleinen Geschichten. Mögen sie Sie zum Schmunzeln, oder auch zum Lachen bringen. Hauptsache Sie haben Freude mit dem Buch.“

Limitierte Auflage von 200 Stück exklusiv für den Schreibwettbewerb 2014
Ulrich Burger Verlag

Leseprobe:

Der beste Tag

An diesem Morgen musste sich Klaus aus dem Bett quälen. Der Wecker klingelte um 3:30 Uhr und er hatte seit fast vierundzwanzig Stunden schlechte Laune. Gestern Mittag hatte er, zum laden seines LKW’s, die Frachtpapiere für die heutige Tour bekommen. Der Supermarkt XY in Scheißweitweg stand heute auf dem Programm. Sie fuhren in regelmäßigen Abständen dort hin, immer ausgelastet bis zum letzten Gramm. Ein guter Kunde. Doch kein Beliebter. Dabei gab es mit der Marktleitung selten Probleme. Es war der dortige Lagerleiter, welcher bei den Fahrern so ‚beliebt‘ war. Klaus konnte sich nicht erinnern, Herrn Müllermeierschmitt jemals mit guter Laune gesehen zu haben. Alle Fahrer der verschiedenen Speditionen kuschten, wenn der ‚Chef‘ da war. Und das war er praktisch immer. Von morgens um sechs, wenn die Warenannahme begann, bis Abends um sechs. Montags bis Samstags – was eigentlich unmöglich war.
Klaus musste oft dorthin. Es beschwerte sich nicht über die Abladeproblematik. Wartezeiten von zwei Stunden waren da normal. Also hatte seine Liebste eine Kanne Kaffee mehr gekocht, ihm Eierpfannkuchen gebacken und noch etwas nettes zum lesen eingepackt. Denn sie wusste, es würde heute später werden.
Klaus kam an diesem Morgen gut durch. Heute klappte es mit dem Verkehr, was ihn ärgerte, weil er gleich wieder Ewigkeiten stehen würde. Und als er mit seinen Frachtpapieren zum Anmeldebüro in der Lagerhalle marschierte, da hörte er Herrn Müllermeierschmitt auch schon keifen: »Es ist mir egal, wo sie herkommen. Oder wie lange sie schon unterwegs sind. Sie hätten gestern da sein müssen! Es spielt kein Rolle, dass sie gestern fünf Minuten zu spät waren. Wir machen keine Ausnahmen!«
Klaus ging in das Anmeldebüro und nickte der Schwarzhaarigen zu. Mal wieder eine neue, dachte er, aber es wunderte ihn nicht.
»Viel los heute, was?«
Sie nickte schüchtern.
»Hier ist immer viel los!«, fügte er hinzu.
Jetzt sah sie ihn doch an. »So kann man das auch nennen!« Sie schenkte ihm, ein strahlendes Lächeln. »Bin nur die Krankheitsvertretung aus einem anderen Laden und froh, wenn ich wieder weg bin.«
Klaus nickte. Sie machte ihren Job und reichte ihm die Papiere zurück. »Willkommen beim XY Supermarkt ihres Vertrauens. Sie kennen ja das Prozedere!«
Wow, dachte Klaus. Das klang jetzt wie ein Slogan der Vorhölle!